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Windows-Updates können Exchange-Umgebungen nach mehreren Stunden lahmlegen – Microsoft bestätigt das Problem und veröffentlicht einen Workaround.
Seit dem Oktober-Patchday vom 13.10.2026 melden Administratoren schwerwiegende Probleme mit Exchange Server 2016, 2019 und Subscription Edition (SE).
Besonders kritisch: Die betroffenen Systeme können zunächst völlig normal funktionieren. Erst Stunden nach der Installation treten die Probleme auf – abhängig von der Serverlast.
🔎 Beobachtete Symptome
* Outlook Web App (OWA) ist nicht mehr erreichbar.
* E-Mails bleiben in Warteschlangen hängen.
* Exchange-Datenbanken werden teilweise weiterhin als „Mounted“ angezeigt, obwohl der Zugriff fehlschlägt.
* DAG-Mitglieder können Probleme beim Erreichen des Quorums bekommen.
* Ein Neustart behebt die Störung möglicherweise nur vorübergehend.
Typischer Fehler im Application Event Log:
Event ID 1006
MapiExceptionMdbOffline: Unable to make connection to the server. (hr=0x80004005, ec=1142)
⚠️ Betroffene Windows-Updates
* Windows Server 2025: KB5126646
* Windows Server 2022: KB5126655
* Windows Server 2019: KB5126651
* Windows Server 2016: KB5126868
Wichtig: Die Exchange Security Updates vom Oktober 2026 sind nicht der eigentliche Auslöser. Das Problem kann auch ohne deren Installation auftreten.
🔬 Technischer Hintergrund
Microsoft bestätigt, dass die Oktober-Windows-Updates ein neues Standardlimit für den RPC Endpoint Mapper eingeführt haben.
Dieses begrenzt die Anzahl gleichzeitiger Endpoint-Lookup-Aufrufe auf 512.
Unter hoher Exchange-Last kann dieses Limit erreicht werden. Dadurch können Exchange-Komponenten die Verbindung zu den Postfachdatenbanken verlieren.
🛠️ Microsofts offizieller Workaround
In einer administrativen Eingabeaufforderung auf dem betroffenen Exchange-Server ausführen:
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1 |
reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Rpc" /v EpmapSavedContextCap /t REG_DWORD /d 65536 /f |
Anschließend den Server kontrolliert neu starten.
Der Registry-Wert erhöht das Limit für gleichzeitige Endpoint-Lookup-Aufrufe auf 65.536.
Microsoft empfiehlt ausdrücklich, die Oktober-Windows-Updates nicht zu deinstallieren.
Bei DAG-Umgebungen müssen Neustarts koordiniert werden. Anschließend sollten Mailflow, Datenbankzugriff und Warteschlangen überprüft werden.
Meine Empfehlung:
Wer Exchange On-Premises betreibt, sollte jetzt die installierten Windows-KBs überprüfen, die Ereignisprotokolle kontrollieren und die Transport Queues überwachen.
Ein erfolgreich gestarteter Exchange-Dienst oder eine als „Mounted“ angezeigte Datenbank bedeutet nicht automatisch, dass Exchange tatsächlich funktioniert.
Quelle – Microsoft Exchange Team: